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Über das Wetter hält sich das pädagogische Team ständig auf dem Laufenden.
Wir nutzen dazu die Meldungen auf der Website des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur, auf der amtliche Warnungen veröffentlicht werden:  http://www.wettergefahren.de/warnungen/warnsituation.html

Die Schutzhütte ist beheizbar und steht in sicherer Entfernung zum Wald. Bei Gefahren, wie Gewitter und Sturm, und bei sehr kalten Temperaturen sucht die Gruppe die Schutzhütte auf.
Bei Sturmwarnungen findet die Betreuung der Kinder außerhalb des Waldes statt.
Je nach Stufe der Sturmwarnung, behalten wir es uns vor die Kinder abholen zu lassen oder den Kindergarten tageweise zu schließen. Die Eltern werden in jedem Fall über das Vorgehen schnellstmöglich informiert.

Da die Kinder die meiste Zeit in Bewegung sind, wird es ihnen selten kalt. Voraussetzung ist natürlich den Temperaturen angepasste Kleidung.
Der ständige  Aufenthalt bei Wind und Wetter stärkt die Immunabwehr. Dadurch sind die  Waldkinder deutlich weniger erkältet, als Kinder, die in einem „normalen“ Kindergarten den ganzen Tag in geschlossenen Räumen mit trockener Luft und nur kurzzeitig im Freien sind. Deutlich geringer ist auch die Ansteckungsgefahr, da sich die Kinder im Freien aufhalten. 

Die Kinder wollen auch bei Regen draußen spielen! Das passt zwar schwer in den Kopf von uns Erwachsenen, aber die Erfahrung mit Kindern beweist es immer wieder:
Während wir Erwachsenen mit skeptischem Blick den grauen Himmel abwägen, sind die Kinder schon dabei, mit Stöcken Löcher in die Erde zu bohren und kleine Rinnsale mit Staudämmen umzuleiten. Eine große Pfütze bringt manchmal tatsächlich mehr Spaß, als ein (unserer Ansicht nach) perfekter Sonnentag. Voraussetzung ist allerdings: Gute Outdoor-Kleidung! 

Man kann es sich zunächst vielleicht schwer vorstellen: Ein Naturkindergarten bereitet sehr gut auf die Schule vor!

Laut einer wissenschaftlichen Studie von Dr. phil. Häfner schneiden Waldkinder in der Schulfähigkeit (Konzentration, Motivation, Kommunikation etc.) besser ab als Kinder aus Regelkindergärten. Wenn es also „drauf ankommt“, können die kleinen Waldkinder wunderbar stillsitzen.  

Hier ein Zitat aus der Doktorarbeit von Herrn Häfner: 

 „Welcher Kindergarten bereitet besser auf die 1. Klasse vor? 

Grundsätzlich werden die Kinder, die als vorschulische Einrichtung einen Waldkindergarten besucht haben, als besser auf die Schule vorbereitet angesehen als die Kinder aus dem Regelkindergarten (s. Kap. 6). Im Durchschnitt arbeiten die Waldkindergartenkinder im Unterricht besser mit, sind motivierter und konzentrierter in der Schule und sie verfügen, wie gerade schon gesagt, über ein höheres Maß an sozialen Kompetenzen, das sie im Klassenverband anwenden können. Des Weiteren schneiden sie im musischen und im allgemeinen körperlichen Bereich besser ab als ihre Mitschülerinnen und Mitschüler.“(vgl. Peter Häfner 2002, S. 167) http://www.ub.uni-heidelberg.de/archiv/3135

Im Umgang mit der Natur und auch untereinander gibt es feste Regeln und Grenzen, die für die Kinder nachvollziehbar sind. Sie werden täglich damit konfrontiert und erlangen dadurch das Verständnis, der Wichtigkeit ihrer Einhaltung. 

Eine wichtige Regel im Naturkindergarten lautet: Alle bleiben immer in Sichtweite. Wege und Spielorte im Wald, lernen die Kinder nach und nach kennen und entwickeln schon nach kurzer Zeit einen erstaunlichen Orientierungssinn. Da geht keiner verloren. 

Die Kinder malen häufig mit Stöcken und Steinen auf dem Waldboden und den Waldwegen. Mit Naturmaterialien werden Bilder gelegt oder es wird damit etwas hergestellt. Es wird Farbe aus Naturmaterialien hergestellt um damit, mit Finger oder Pinsel, sowohl auf Papier als auch auf natürlichen Untergründen kreativ zu werden. An der Base stehen den Kindern Stift, Schere und Kleister zur Verfügung, die auf Wunsch auch mit in den Wald genommen werden können. 

In der Natur gibt es keine Reizüberflutung! Es sind keine Legokisten da, um die es sich lohnt zu streiten, alles Material dieser Art ist weit weg. Der Neid auf andere Kinder, die immer das „bessere“ Spielzeug bekommen, entfällt. Auch im Wald wird mal etwas Gebautes absichtlich zerstört, nur erleben die Kinder hier direkter die wechselseitige Abhängigkeit voneinander. Sie merken sehr schnell, wie sehr sie auf Freunde angewiesen sind, da sie sich nicht an einem Auto o.ä. festhalten können. So entwickeln die Kinder untereinander Respekt und gehen höflich, oft liebevoll miteinander um. 

Das Spielzeug liefert die Natur. Schließlich gibt es hier immer und überall Neues zu entdecken. Die Kinder finden so zu sich selbst, weil sie nicht dauern von Reizen überflutet werden. Kreativität und Phantasie werden so gefördert. 

Für die Kinder ist es wichtig, selber etwas gestalten zu können. Da es in der Natur kein vorgefertigtes Spielzeug gibt, werden sie ermuntert, aus den Naturmaterialien auf innovative Weise viele Spielmöglichkeiten zu entwickeln. In Räumen mit vorgefertigtem Spielzeug kann dieses Potential nicht entfaltet werden. 

Plastikautos, Puppen, Bausteine – all das gibt es in Naturkindergärten nicht. Die Kinder spielen mit dem, was die Natur zu bieten hat: Kastanien, Schilfrohre, Zweige. Ruckzuck wird in der Fantasie ein Ast kurzerhand in einen Kehrbesen verwandelt. Ein Buchenblatt wird zum Pflaster erklärt, das der „Tierarzt“ seinem „Patienten“ aufklebt. 

Die Kinder waschen sich vor dem Essen und nach jedem „Toilettengang“ die Hände mit einer biologisch abbaubaren Seife und Trinkwasser, das von den pädagogischen Fachkräften mitgeführt wird. Am Basislager selbst gibt es eine Toilette mit Handwaschbecken. 

Für die „kleinen und großen Geschäfte“ unterwegs gibt es spezielle unbespielte Plätze auf denen ein Töpfchen ohne Auffang aufgestellt wird (erfahrungsgemäß wird der Stuhlgang meist zu Hause oder am Basislager erledigt).
Toilettenpapier, Desinfektionstücher und eine kleine Schaufel zum Vergraben werden von den pädagogischen Fachkräften mitgeführt.

Vor Zecken schützen festes Schuhwerk, lange Kleidung und eine Kopfbedeckung. Auf heller Kleidung sind Zecken leichter zu entdecken! Sie sollten ihr Kind täglich am ganzen Körper nach Zecken absuchen und die Kleidung ausschütteln.
Entdeckt und entfernt man die Zecke frühzeitig, ist die Gefahr einer Infektion mit Borrelienerreger gering, denn die Krankheitserreger werden erst nach längerem Verweilen von der Zecke abgesondert – gegen Borreliose kann man nicht impfen. Es wird aber eine Schutzimpfung vor FSME vom Landesgesundheitsamt empfohlen.


Der Fuchsbandwurm gelangt über die Aufnahme von Fuchsbandwurm-Eiern aus dem Kot des Fuchses in unseren Körper. Deshalb gilt folgende Regel: Grundsätzlich darf nichts aus dem Wald in den Mund genommen werden.


Mit den allgemeinen Waldregeln, z. B. nichts aus dem Wald essen und keine Tiere oder deren Exkremente berühren, sind die Kinder gut vor Tollwut geschützt.
 Der Aufenthalt in der Natur führt sehr oft auch zu Begegnungen mit giftigen Pflanzen. Kinder müssen lernen, nicht auf eigene Faust Blätter oder Pflanzenfrüchte zu probieren.

Die Betreuer haben eine Erste-Hilfe-Tasche in ihrem Rucksack. Des Weiteren verfügen sie über ein Handy, mit dem sie Eltern, den zuständigen Arzt oder andere Stellen erreichen können.

Das Landes Gesundheitsamt rät dazu, aus hygienischen Gründen und der Gefahr der Unterkühlung, keine Kinder im Naturkindergarten aufzunehmen, die eine Windel tragen oder einnässen. Sollte es doch so sein, wird das Kind im Notfall im Stehen gewickelt und das pädagogische Personal führt das entsprechende Material mit sich oder das Wickeln bzw. Umziehen findet in der beheizten Schutzhütte statt.

Bei Personalausfall durch Krankheit, Urlaub oder Fort- und Weiterbildung, wird die Vertretung durch das pädagogische Personal untereinander geregelt, soweit dies der Personalschlüssel zulässt. Sind Personalausfälle intern nicht kurzfristig aufzufangen, greifen wir auf Eltern zurück die sich im Vorfeld schriftlich dazu bereit erklärt haben uns bei Mitarbeiterausfall zu unterstützen. Zusätzlich werden die Eltern darum gebeten, ihre Kinder wenn möglich Zuhause zu lassen. 

Sollte es durch das pädagogische Personal und die Unterstützung der Eltern nicht möglich sein den Mindestpersonalschlüssel aufrecht zu erhalten, muss die Einrichtung für diese Zeit geschlossen werden.